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Newsletter #14
Deutschland, den 10. Dezember 2013

Hallo,

damit kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich an dieser Stelle gerne eine Lanze für Vermieter brechen. Es versteht sich von selbst, dass es ohne sie keine Mietobjekte geben würde. Doch mehr noch können wir oftmals erst dank ihres Engagements die verschiedenen Lebensmodelle, die wir heute leben wollen, realisieren. Sie sind damit ein wichtiger Partner.

Und in der Tat ist es so, dass ich bisher nur gute Erfahrungen mit Vermietern gemacht habe – allen voran meine letzte Vermieterin. Sie hat sich alle Mieter persönlich ausgesucht und ein Hausmeisterehepaar fest angestellt, das jederzeit für alle Probleme zu erreichen war und bei Bedarf unkompliziert einen Handwerker hinzuzog. Als besondere Geste stellte sie jedes Jahr zum 1. Mai einen Sperrmüllcontainer in den Innenhof, damit jeder Mieter sich von überflüssigem Ballast in der Wohnung oder auf dem Dachboden kostenlos entledigen konnte. Abschließbare Fahrradcontainer und ein nur den Mietern zugänglicher Garten rundeten das Angebot ab. Hätte es samstags noch frische Handtücher und warme Brötchen gegeben, würde ich von einer Pension anstatt einem Mietshaus sprechen, in dem wir gelebt haben.

Es versteht sich von selbst, dass wir angesichts dieser Wertschätzung sorgfältig mit ihrem Eigentum umgegangen sind. Die Miete selbst lag übrigens unter (!) dem Mietspiegel, was aber bei unserer Entscheidung für diese Wohnung dann keine Rolle mehr gespielt hat, denn das Gesamtpaket stimmte einfach. Mit etwas Aufmerksamkeit gelingt sehr leicht eine für beide Seiten gute Zusammenarbeit.

Beste Grüße,
Jan Wegener
Gründer + Initiator

Die Mieten werden weiter steigen

Es gibt schon einen Grund dafür, warum die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip auf der aktuellen politischen Agenda stehen - zumindest bei vielen Mietern. Aktuelle Zahlen legte gerade das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) vor. So steigt die Miete in Ballungsgebieten seit 2010 um 4 % pro Jahr, für 2014 wird ein Anstieg um 3,5 % prognostiziert. Eigentumswohnungen verteuerten sich in diesem Zeitraum um 6 % pro Jahr, für 2014 sagt das DIW einen Anstieg von sogar 6,5 % in ihrer neuesten Studie voraus.

Anders als die Argumentation der Lobbyisten, über die wir bereits in unserem letzten Newsletter berichteten, dass die letzten Jahre ein Nachholbedarf bestand und sich die Preise nun moderat entwickeln, schreiben die beiden Autoren dieser Studie, Konstantin Kholodikin vom DIW und Boriss Siliverstovs von der ETH Zürich, dass sich nach mehreren Jahrzehnten stagnierender Preise der deutsche Immobilienmarkt in einer Boomphase befindet. Wir dürfen also mit dem Schlimmsten rechnen.

(c) Moritz Sirowatka, www.flickr.com/photos/55331818@N07(c) Moritz Sirowatka, www.flickr.com/photos/55331818@N07

Wird das Bestellerprinzip per Gesetz nicht eingeführt, profitieren von dieser Entwicklung vor allem Immobilienmakler. Denn die Courtage, die sie für ihre Leistung verlangen dürfen, hängt eben vom Mietpreis ab. Wenn die Miete aufgrund eines zu geringen Angebots weiter steigt, steigt die Maklercourtage. Und diese Kosten werden oftmals direkt oder indirekt (über diese Möglichkeit haben wir ebenfalls im letzten Newsletter geschrieben) vom Mieter bezahlt. Diese Situation ist nicht hinnehmbar. Denn wenn das Angebot geringer wird, die Nachfrage aber weiter steigt, dann wird der Maklerjob immer einfacher. Warum dann aber gleichzeitig auch noch die Kosten für seine Tätigkeit steigen, gehört kritisch hinterfragt.

Diese Situation kann sich sogar dramatisch zuspitzen

Zusätzliche Brisanz erhält diese zu erwartende Mehrbelastung durch die EU-Richtlinie Solvency II. Nach dieser Vorschrift müssen Versicherungsunternehmen ab 2016 für Investitionen in Immobilien 25 % Eigenkapital hinterlegen. Bisher besteht diese Rücklagepflicht für Versicherungen nicht, es gibt nur eine pauschale Risikovorsorge für das gesamtes Investmentportfolio. Unabhängig davon, dass es möglich sein soll, durch geeignete Maßnahmen den Prozentsatz unter 25 % zu senken, hat das zur Folge, dass ein Investment in Immobilien durch diese Rücklage für Versicherungen einfach unattraktiver wird.

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln halten allein deutsche Erstversicherer Immobilien und Grundstücke im Wert von 27 Mrd. Euro in ihrem Portfolio, die meisten davon in Deutschland. Fahren die Versicherungen nun ihre Investitionen in diesem Sektor zurück und verstärken Land und Kommunen ihr Engagement im Wohnungsbau nicht, besteht die Gefahr, dass das dringend benötigte Angebot von zusätzlichen neuen Immobilien in den Ballungsgebieten sogar sinkt. Dass die Mieten dann zusätzlich steigen werden, liegt auf der Hand.

Die wahre Qualität einer Stadt offenbart sich in der zweiten Lebenshälfte

Die Gesellschaft altert. Also gibt es im Verhältnis immer mehr alte als junge Menschen. Und dennoch wirkt es so, als wenn Metropolen den gleichen Fehler begehen wie viele Unternehmen: Sie umwerben die Jungen und kümmern sich wenig um die Älteren. Das verwundert, denn gerade die sogenannten Best Ager besitzen angeblich deutlich mehr Vermögen als der Durchschnitt und gelten als konsumfreudig.

Dass es auch Menschen, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden, in die Städte mit ihren kurzen Wegen, dem kulturellen Angebot, guter ärztlicher Versorgung und zahlreichen weiteren Möglichkeiten zieht, liegt auf der Hand. Hinzu kommen diejenigen, die schon seit längerem (wieder) in der Stadt leben und in ihrem Wohnumfeld alt werden möchten. Köln scheint als erste Metropole diese Zeichen der Zeit ernst zu nehmen. Um die Kölner Quartiere für die Zukunft mit einer bunteren und älter werdenden Gesellschaft fit zu machen, hat die Stadt deshalb das Projekt „Heimat im Quartier! Wie wollen wir leben?“ ins Leben gerufen.

(c) kohlmann.sascha, www.flickr.com/photos/skohlmann/(c) kohlmann.sascha, www.flickr.com/photos/skohlmann/

Die Stadt Köln will mit diesem Projekt die Menschen dazu bewegen, sich für ihr Quartier zu engagieren und es selbst derart mitzugestalten, dass es ihren Ansprüchen genügt. Die Voraussetzungen dafür sind zumindest theoretisch gut. Denn wenn es immer mehr Best Ager als junge Menschen gibt, sie mehr Geld zur Verfügung haben und sich so eine Wohnung in der Stadt leisten können, dann sollten sich genug ältere Menschen in den einzelnen Vierteln und Quartieren finden lassen können, die an der alters- und bedarfsgerechten Entwicklung ihres Lebensumfelds mitwirken wollen. Mit dem richtigen Signal der Stadt sollte deshalb dieser Prozess in Gang gesetzt werden können.

(c) www.heimat-im-quartier.de(c) www.heimat-im-quartier.de

So ganz kann sich Köln gedanklich anscheinend aber noch nicht von den Jungen befreien. Das Banner zu diesem Projekt verwendet eine weiß und helltürkise Schrift, was nicht unbedingt den Werten älterer Menschen wie Qualität, Zuverlässigkeit und Seriosität entspricht – die zudem eher ein schlichtes, übersichtliches Design ohne grelle Farbtöne bevorzugen. Bei den Schlagworten springen Begriffe wie Kinderbetreuung, Kinder, Integration, Inklusion, Bildung bezahlbares Wohnen und Inklusion ins Auge. Auch die Zeichensprache richtet sich eher an junge Familien. Nach typischen Signalwörtern, die eine ältere Zielgruppe ansprechen, muss man dagegen eher suchen.

Wie weit sich die Älteren davon abschrecken lassen, bleibt abzuwarten. Wir wünschen dem Projekt viel Erfolg und sind schon auf die Impulse gespannt, die von dort aus ausgehen!

Bemerkenswert

Letzte Woche haben wir einen interessanten Beitrag für all diejenigen im Internet gefunden, die selbst ein Haus bauen wollen. Der Autor ist nach eigener Auskunft ein mehrfacher Bauherr, der sich in diesem kritischen Beitrag mit dem Gebrauchsnutzen von Häusern im Spannungsfeld zwischen den Vorstellungen von Architekten und Bauherren bzw. Bewohnern beschäftigt.

Unter dem Titel „Die Architektursünden beim Bau eines neuen Hauses“ beschreibt er aus seiner Sicht typische Fehleinschätzungen und -entscheidungen, die sich lang- oder bereits kurzfristig negativ auswirken können. Das fängt damit an, dass sich einige Architekten angeblich gerne selbst ein Baudenkmal setzen wollen, ein Einfamilienhaus dafür aber in der Regel wenig geeignet sei. Dem gegenüber stünden die Ideen des Bauherrn, die manchmal die Wirkung des Hauses beeinträchtigten, denen sich der Architekt schließlich aber oftmals beuge. Bei Vordach, Briefkasten und Eingangsbereich wiederum könnten die Vorstellungen des Architekten den späteren Nutzen beeinträchtigen. Offene Küchen, fehlende Familienplanung und die Kinderzimmergröße führen dagegen eventuell schnell zu späteren durch den Bauherrn verursachten Einschränkungen.

Das Fazit scheint zu sein: Wer ein Haus bauen will, sollte sich also nicht an irgendwelchen Ideen und Wünschen orientieren, sondern den eigenen Alltag in den Mittelpunkt der Planungen stellen. Dann wird es für beide Seiten einfacher, gemeinsam ein passendes Haus zu planen. Dieser Meinung können wir uns anschließen. Den Artikel findest Du hier.

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