7. Vienna Design Week 2013: Jedem einen eigenen Zugang verschaffen

(c) Labor Boicut: 2013 by Marcell Nimführ/Fischka.com

Bereits zu Ende ist dagegen die 7. Vienna Design Week, die vom 27. September bis 6. Oktober mit einer Vielzahl an besonderen Lokalitäten, Passionswege- und Stadtarbeitsprojekten sowie weiteren Veranstaltungen, die Designer wie Interessierte in der österreichischen Hauptstadt begeisterte. Um ein breites Publikum durch ein facettenreiches Programm anzusprechen, verzichtet dieses Event im Gegensatz zu den Veranstaltungen in Lissabon, Oslo und Istanbul auf ein Motto und setzt vielmehr auf vielfältige Möglichkeiten der Begegnung. Die Veranstaltung konzentriert sich dafür jedes Jahr auf einen anderen Stadtteil und fand dieses Mal im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden statt. Guided Tours zu unterschiedlichen Themen und altersgerechte Führungen für Schüler sowie Vorschläge für individuelle Routenvorschläge eröffneten verschiedene Zugänge. Auch hierzu haben wir natürlich für Dich hier ein paar Eindrücke auf Pinterest zusammengestellt.

 

(c) Labor Boicut: 2013 by Marcell Nimführ/Fischka.com

Architektur- und Designfestivals bieten viele neue Ideen!

(c) Lightyears.dk

Im Herbst finden zahlreiche Architektur- und Design-Festivals statt: Paris, London, Helsinki, Wien, Budapest, um hier nur ein paar der Events allein in Europa zu nennen, von den Festivals in Asien und Amerika ganz zu schweigen. Wie versprochen schauen wir nach der Maison & Objet im letzten Newsletter dieses Mal in die britische Hauptstadt auf das London Design Festival 2013.

Was hat das Jahr noch zu bieten? Hier findet Ihr ein paar Termine:

 

Foto: (c) “Caravaggio designed by Cecilie Manz” von Lightyears.dk, www.flickr.com/photos/lightyearsdk/, CC BY-ND 2.0.de

Hinsetzen und entspannen

Pinterest_LDF2013

Die meisten Klicks auf Pinterest hat angeblich die konkave Bücherwand des britischen Designers Simon Pengelly, die zugegeben auch uns in den Bann gezogen hat. Die andersartige Form und das leichte und dezente Design dieses Regals nimmt Bücherwänden ihre Wuchtigkeit. Nicht nur für schmalere Räume bietet das Möbelstück neue Gestaltungsmöglichkeiten. Interessant ist vor allem die Möglichkeit, einem quadratischen Raum eine runde Form einzuverleiben.

Gut gefallen hat uns auch das neue Stuhl-Modell “Oslo”, das die norwegischen Designer Angell Wyller Aarseth für Bernhardt Design entworfen haben. Man kennt diese Art von Armstühlen aus Wartezimmern und anderen Empfangsbereichen. Auch wenn sie auf den ersten Blick einladend aussehen, so wird das längere Sitzen schnell unangenehm, denn der Rücken findet keinen entspannten Halt und der Rahmen kann schnell schmerzhaft drücken. Der Stuhl “Oslo” überzeugt dagegen durch eine gepolsterte Lehne, die geradezu dazu einlädt, es sich auf diesem Stuhl fürj eine längere Zeit genütlich zu machen. So stellen wir uns Hinsetzen und Entspannen vor, egal, wie lange wir warten müssen. Fehlt nur noch das passende Heißgetränk …

Beide Möbelstücke findest Du mit weiteren Eindrücken auf unserer “London Design Festival 2013″-Pinnwand auf Pinterest (siehe Foto).

Leuchtende Farben kombiniert mit japanischer Handwerkstradition

(c) Jo Nagasaka - Schemata Architects Fotos, Quelle: www.facebook.com/jo.nagasaaka/photos

Diese Möbel verleihen selbst einem tristen Raum noch Lebendigkeit. Jo Nagasaka setzt auf einen minimalistischen, aber farbenfrohen Stil und wendet eine alte japanische Handwerkstechnik an: Beim Udukuri werden die weichen Holzschichten mit einer Bürste entfernt, so dass die Maserung deutlicher hervortritt. Dann wird das Möbelstück mit mehreren Farbschichten lackiert und abschließend poliert. Seine neue Serie „Iro“ zeigte der japanische Architekt auf dem London Design Festival im Showroom des britischen Herstellers Established & Sons. Seine Serie “ColoRing” war bereits auf der Maison & Objet Anfang des Monats in Paris zu sehen.

 

Foto: (c) Jo Nagasaka – Schemata Architects Fotos, Quelle: www.facebook.com/jo.nagasaaka/photos

Bitte unbedingt stehen lassen!

Ladder

Der schwedische Designer Charlie Styrbjörn Nilsson hat sich an ein Gerät gewagt, das aus dem Alltag nicht wegzudenken ist, mit dem Ziel, es salonfähig zu machen: die Leiter. Nach seiner Vorstellung kann eine Leiter einen hohen dekorativen Wert bieten, so dass sie nicht wieder in der Abstellkammer verschwindet, ohne dabei aber an Funktionalität einzubüßen. Das Ergebnis überzeugt uns und bietet viele Einsatzmöglichkeiten – vom Aufgang zum Dachboden oder Hochbett bis hin zum Tritt für das Bücherregal.

Trotz aller Begeisterung für dieses gelungene Objekt möchten wir aber eine Sache nicht verschweigen: Sinnvoll scheint hier die richtige Trittfolge zu sein, um sicheren Halt zu finden. Wenn Du gerne mit dem linken Bein aufsteht, kannst Du ihm auf dem unteren Foto folgen. Wenn nicht, dreh die Leiter besser einfach um.

Charlie Styrbjörn Design - Ladder. Photo: Jonas Lindstedt

 

(c) Ladder by Charlie Styrbjörn Design – Photos: Jonas Lindsedt

Altbekanntes in neuem Glanz

(c) http://www.flickr.com/photos/flightlog/

Jägermeister hat ihn vor ein paar Jahren wieder salonfähig gemacht, obwohl sich uns seine Ästhetik und die seiner Leidensgenossen nicht unbedingt erschließt: den Hirschkopf als Kunstobjekt an der Wand. Zu Zeiten unserer Großeltern war der Hirschkopf eine Jagdtrophäe, die zeigen sollte, dass man ein guter Schütze ist. Die Designerin Clémentine Bal beschäftigt sich dagegen mit der Welt der lebenden Tiere und Pflanzen. Ihre Skulpturen haben nichts von dieser Jagdtrophäe, sondern sind schlicht, reduziert und dennoch ausdrucksstark lebendig.

Angesichts dieses Ansatzes sind wir dann doch bereit, dem Hirschkopf eine zweite Chance zu geben. Auch bei anderen Ausstellern auf der Maison & Objet lässt sich der Hirschkopf neben weiteren Tierhäuptern an der Wand finden, mal detailverliebt, mal stilisiert, in Naturtönen oder in leuchtenden Farben. Wir sind gespannt, ob und wie sich die Geschichte dieses Einrichtungsstücks weiterentwickelt. Den Hirschkopf von Clémentine Bal findest Du bei uns auf Facebook. Von dort aus gelangst Du auch zu ihren weiteren Fotos (Klick einfach auf ihren Namen über dem Foto!).

 

Vorlage für diesen Zuschnitt: (c) “Hirsch” von flightlog, www.flickr.com/photos/flightlog/, CC BY 2.0.de