13. Istanbul Biennale: Barbaren zu Gast in Istanbul

(c) Gezi-Park 2 by Meghan Rutherford, www.flickr.com/photos/luckyfly/

Seit dem 14. September und noch bis zum 20. Oktober lädt die 13. Istanbul Biennale mit dem Titel „Mom, Am I Barbarian” als Anspielung auf die treibende Rolle, die Außenseiter und Randgruppen ausüben, in die türkische Metropole am Bosporus ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Kunst zur Stadtentwicklung äußern kann. Die Kuratorin Fulya Erdemci thematisiert, wem eigentlich die Stadt gehört, und verhandelt am Beispiel Istanbuls die Gentrifizierung. Dieses Thema hat angesichts der Auseinandersetzungen um den Gazi-Park hier auf dem Foto eine besondere Aktualität bekommen und bietet der Biennale zusätzlichen Gesprächsstoff.

(c) Gezi-Park by Meghan Rutherford, www.flickr.com/photos/luckyfly/

Gezi-Park, (c) Meghan Rutherford, www.flickr.com/photos/luckyfly/, CC BY 2.0.de

 

Titelfoto: Gezi-Park, (c) Meghan Rutherford, www.flickr.com/photos/luckyfly/, CC BY 2.0.de

5. Oslo Architecture Triennale: Platz schaffen und stilvoll versenken

(C) Villa Vals by Kecko, www.flickr.com/photos/kecko/

Die 5. Oslo Architecture Triennale widmet sich in diesem Jahr unter dem Motto „Behind the Green Door – Architecture and the desire for sustainability“ nachhaltiger Architektur (19. September bis 1. Dezember 2013). Die Hauptausstellung 600 nachhaltiger Projekte aus der ganzen Welt wurde vom Kollektiv Rotor zusammengestellt, einem Team junger Entwickler und Gestalter aus Belgien. Eines davon sind die in Mailand entstehenden bewaldeten Hochhäuser Bosco Verticale von Stefano Boeri, ein anderes ist die Villa Vals (Foto) in der Schweiz.

Für dieses Ferienhaus sprengten die niederländischen Architekten Bjarne Mastenbroek und Christian Müller der beiden Architekturbüros SeARCH und CMA eine Höhle in den Felsen, in die sie eine zweigeschossige Wohnlandschaft aus Sichtbeton hinein bauten und diese mit Erde wieder zudeckten. So fügt sich die Villa perfekt in die Hangtopografie ein. Innen ist die Villa mit Treppen, Einbauten, Möbeln, Türen und Schiebelösungen aus Holzelementen ausgestattet, um dem kühlen Beton Wohnatmosphäre zu geben. Die beiden Projekte haben uns so sehr begeistert, dass wir hier einige Bilder für Dich auf Pinterest zusammengestellt haben.

 

Foto: (c) “Villa Vals Overview” von Kecko, www.flickr.com/photos/kecko/7780658584/, CC BY 2.0.de

3. Trienal de Arquitectura de Lisboa: Lust auf Neues wecken

(c) Pastel de Belém, Turismo de Lisboa

„Close, Closer“ ist seit dem 12. September und noch bis zum 15. Dezember das Motto der 3. Trienal de Arquitectura de Lisboa, unter dem die Kuratorin Beatrice Galilee die komplexen Fragen der gegenwärtigen Krise ins Zentrum der Triennale gestellt hat. Das Programm bietet u. a. Arbeiten von aufstrebenden Architekten, die sich mit der Emotionalität der Gebäude und ihren Charakteren beschäftigen.

Erweitert wurde das Festivalprogramm in diesem Jahr um die sogenannten „Crisis Buster“-Projekte: Vorgestellt werden zehn Projekte, die zur Bewältigung der Krise dienen sollen. Dazu gehört das Projekt „Agulha num Palheiro“, das leerstehende Gebäude in Lissabon für innovative Zwecke zur Verfügung stellt. Ein anderes ist das Projekt „Casa do Vapor“, das mit einer nachhaltigen öffentlichen Küche dem sozialen Zerfall, der Nahrungsmittelknappheit, der Abfallbewältigung und anderen Problematiken entgegenwirken will. Das Projekt „Genius Loci“, um hier nur drei der spannenden Projekte zu nennen, will hingegen von der Schließung bedrohte Restaurants bei der Werbung neuer Kunden durch besondere Veranstaltungen unterstützen. Für einen ersten Eindruck schau auch hierfür gerne hier auf unsere entsprechende Pinterest-Pinnwand.

 

Foto: (c) Pastel de Belém, Turismo de Lisboa

7. Vienna Design Week 2013: Jedem einen eigenen Zugang verschaffen

(c) Labor Boicut: 2013 by Marcell Nimführ/Fischka.com

Bereits zu Ende ist dagegen die 7. Vienna Design Week, die vom 27. September bis 6. Oktober mit einer Vielzahl an besonderen Lokalitäten, Passionswege- und Stadtarbeitsprojekten sowie weiteren Veranstaltungen, die Designer wie Interessierte in der österreichischen Hauptstadt begeisterte. Um ein breites Publikum durch ein facettenreiches Programm anzusprechen, verzichtet dieses Event im Gegensatz zu den Veranstaltungen in Lissabon, Oslo und Istanbul auf ein Motto und setzt vielmehr auf vielfältige Möglichkeiten der Begegnung. Die Veranstaltung konzentriert sich dafür jedes Jahr auf einen anderen Stadtteil und fand dieses Mal im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden statt. Guided Tours zu unterschiedlichen Themen und altersgerechte Führungen für Schüler sowie Vorschläge für individuelle Routenvorschläge eröffneten verschiedene Zugänge. Auch hierzu haben wir natürlich für Dich hier ein paar Eindrücke auf Pinterest zusammengestellt.

 

(c) Labor Boicut: 2013 by Marcell Nimführ/Fischka.com

Architektur- und Designfestivals bieten viele neue Ideen!

(c) Lightyears.dk

Im Herbst finden zahlreiche Architektur- und Design-Festivals statt: Paris, London, Helsinki, Wien, Budapest, um hier nur ein paar der Events allein in Europa zu nennen, von den Festivals in Asien und Amerika ganz zu schweigen. Wie versprochen schauen wir nach der Maison & Objet im letzten Newsletter dieses Mal in die britische Hauptstadt auf das London Design Festival 2013.

Was hat das Jahr noch zu bieten? Hier findet Ihr ein paar Termine:

 

Foto: (c) “Caravaggio designed by Cecilie Manz” von Lightyears.dk, www.flickr.com/photos/lightyearsdk/, CC BY-ND 2.0.de

Dort anfangen, wo andere (zum Glück) aufgehört haben

(c) Maris Hellrand, www.tab.ee

Einem spannenden Thema widmet sich die Tallin Architecture Biennale: Recycling Socialism. Das Talliner Architekturfestival sucht nach neuen Lösungen für sozialistische Architektur, die die Sowjets in der estländischen Hauptstadt hinterlassen oder zumindest beeinflusst haben. Die Kuratorinnen möchten dem sowjetischen Stadtraum neuen Sinn geben und es besser in die gegenwärtige Stadt integrieren. Die Frage, wie man unattraktiv gewordene Stadtentwicklungsprojekte in die Neuzeit überführen kann, ist eine Aufgabe, vor der viele Städte stehen. Die Auseinandersetzung in Tallinn kann hilfreiche Anregungen geben, wie man sich derartigen Bauprojekten nähert.

Unsere Reise durch die Festivals werden wir auch im nächsten Newsletter fortsetzen und für Dich einen Blick auf die Vienna Design Week (27.9.-6.10.2013) und die Trienal de Arquitectura de Lisbon (12.9.-15.12.2013) werfen.

 

Foto: (c) Maris Hellrand, www.tab.ee