Dort anfangen, wo andere (zum Glück) aufgehört haben

(c) Maris Hellrand, www.tab.ee

Einem spannenden Thema widmet sich die Tallin Architecture Biennale: Recycling Socialism. Das Talliner Architekturfestival sucht nach neuen Lösungen für sozialistische Architektur, die die Sowjets in der estländischen Hauptstadt hinterlassen oder zumindest beeinflusst haben. Die Kuratorinnen möchten dem sowjetischen Stadtraum neuen Sinn geben und es besser in die gegenwärtige Stadt integrieren. Die Frage, wie man unattraktiv gewordene Stadtentwicklungsprojekte in die Neuzeit überführen kann, ist eine Aufgabe, vor der viele Städte stehen. Die Auseinandersetzung in Tallinn kann hilfreiche Anregungen geben, wie man sich derartigen Bauprojekten nähert.

Unsere Reise durch die Festivals werden wir auch im nächsten Newsletter fortsetzen und für Dich einen Blick auf die Vienna Design Week (27.9.-6.10.2013) und die Trienal de Arquitectura de Lisbon (12.9.-15.12.2013) werfen.

 

Foto: (c) Maris Hellrand, www.tab.ee

Hinsetzen und entspannen

Pinterest_LDF2013

Die meisten Klicks auf Pinterest hat angeblich die konkave Bücherwand des britischen Designers Simon Pengelly, die zugegeben auch uns in den Bann gezogen hat. Die andersartige Form und das leichte und dezente Design dieses Regals nimmt Bücherwänden ihre Wuchtigkeit. Nicht nur für schmalere Räume bietet das Möbelstück neue Gestaltungsmöglichkeiten. Interessant ist vor allem die Möglichkeit, einem quadratischen Raum eine runde Form einzuverleiben.

Gut gefallen hat uns auch das neue Stuhl-Modell “Oslo”, das die norwegischen Designer Angell Wyller Aarseth für Bernhardt Design entworfen haben. Man kennt diese Art von Armstühlen aus Wartezimmern und anderen Empfangsbereichen. Auch wenn sie auf den ersten Blick einladend aussehen, so wird das längere Sitzen schnell unangenehm, denn der Rücken findet keinen entspannten Halt und der Rahmen kann schnell schmerzhaft drücken. Der Stuhl “Oslo” überzeugt dagegen durch eine gepolsterte Lehne, die geradezu dazu einlädt, es sich auf diesem Stuhl fürj eine längere Zeit genütlich zu machen. So stellen wir uns Hinsetzen und Entspannen vor, egal, wie lange wir warten müssen. Fehlt nur noch das passende Heißgetränk …

Beide Möbelstücke findest Du mit weiteren Eindrücken auf unserer “London Design Festival 2013″-Pinnwand auf Pinterest (siehe Foto).

Leuchtende Farben kombiniert mit japanischer Handwerkstradition

(c) Jo Nagasaka - Schemata Architects Fotos, Quelle: www.facebook.com/jo.nagasaaka/photos

Diese Möbel verleihen selbst einem tristen Raum noch Lebendigkeit. Jo Nagasaka setzt auf einen minimalistischen, aber farbenfrohen Stil und wendet eine alte japanische Handwerkstechnik an: Beim Udukuri werden die weichen Holzschichten mit einer Bürste entfernt, so dass die Maserung deutlicher hervortritt. Dann wird das Möbelstück mit mehreren Farbschichten lackiert und abschließend poliert. Seine neue Serie „Iro“ zeigte der japanische Architekt auf dem London Design Festival im Showroom des britischen Herstellers Established & Sons. Seine Serie “ColoRing” war bereits auf der Maison & Objet Anfang des Monats in Paris zu sehen.

 

Foto: (c) Jo Nagasaka – Schemata Architects Fotos, Quelle: www.facebook.com/jo.nagasaaka/photos

Bitte unbedingt stehen lassen!

Ladder

Der schwedische Designer Charlie Styrbjörn Nilsson hat sich an ein Gerät gewagt, das aus dem Alltag nicht wegzudenken ist, mit dem Ziel, es salonfähig zu machen: die Leiter. Nach seiner Vorstellung kann eine Leiter einen hohen dekorativen Wert bieten, so dass sie nicht wieder in der Abstellkammer verschwindet, ohne dabei aber an Funktionalität einzubüßen. Das Ergebnis überzeugt uns und bietet viele Einsatzmöglichkeiten – vom Aufgang zum Dachboden oder Hochbett bis hin zum Tritt für das Bücherregal.

Trotz aller Begeisterung für dieses gelungene Objekt möchten wir aber eine Sache nicht verschweigen: Sinnvoll scheint hier die richtige Trittfolge zu sein, um sicheren Halt zu finden. Wenn Du gerne mit dem linken Bein aufsteht, kannst Du ihm auf dem unteren Foto folgen. Wenn nicht, dreh die Leiter besser einfach um.

Charlie Styrbjörn Design - Ladder. Photo: Jonas Lindstedt

 

(c) Ladder by Charlie Styrbjörn Design – Photos: Jonas Lindsedt

Immobilien mit den Möglichkeiten des Internets inserieren

Youtube_links

Wenn Du uns auf Twitter folgst, findest Du dort Wohnraumgesuche und -angebote, die uns erreichen oder die wir finden und retweeten. Bei der Recherche stoßen wir auch auf interessante Nachrichten, hilfreiche Tipps oder anderweitige Links, die wir auf Facebook posten, und auf schlechte Beispiele, die uns einfach die Sprache verschlagen, denn sie sind zum Fremdschämen.

Über so eine Sache sind wir diese Woche auf Youtube gestoßen. Videos erfreuen sich ja dank besserer Internetverbindungen einer immer größeren Beliebtheit. Was liegt also ferner, als die Möglichkeiten, die dieses Medium auch für die Vorstellung einer Immobilie bietet, zu nutzen?! Aber einfach aus Fotos und Visitenkarten eine Diashow zu erstellen, auf Youtube zu stellen und auf Twitter darauf zu verlinken, ist armselig, altbacken, einfältig und geht gar nicht. Da fühlen wir uns doch gleich an den schmierigen Versicherungsmakler erinnert, der am Ende einen billigen Werbekugelschreiber und gern auch noch ein paar andere Gimmicks aus seinem Jackett hervorzaubert und diese mit einem gönnerhaften Lächeln und dem Satz „Sehen Sie mal, so etwas können Sie sicherlich immer gebrauchen!“ überreicht.

Puuh, da hilft nur Wegklicken und nach anderen Angeboten suchen. Denn was dieser Wohnraum noch für tolle Gimmicks – angefangen bei billigen Plastiktürgriffen über bunte Dunstabzugshauben und gemusterte Toilettendeckel bis hin zu Fußmatten mit einer Entenfamilie darauf – bietet, wollen wir gar nicht erst wissen.