Ein Unterschied, der keinen Unterschied macht, ist kein Unterschied

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Zweifelhafter Bonitätscheck

Das erste Mal ist uns der Bonitätscheck bei Loftville aufgefallen, einem Anbieter, den wir bereits erwähnten und den wir als bizarren, abwegigen Auswuchs der Situation am Wohnraummarkt ansehen. Natürlich haben wir über dieses Feature gleich in unserem Team diskutiert. Aus Vermietersicht sind Informationen über Mieter, wie wahrscheinlich dieser seine Miete pünktlich bezahlen wird, natürlich interessant. Aber ist die ausgewiesene Bonität eine Hilfe dabei, zahlungssichere von zahlungsunsicheren Mietern zu unterscheiden?

Mieter geht in sichere Vorleistung

Allgemein gilt, dass Du keiner Statistik glauben solltest, die Du nicht selbst gemacht oder geprüft hast. Bei Loftville kann man sich als Bewerber ein kostenpflichtiges Profil geben, um früher als andere von neuen Wohnungsanzeigen zu erfahren. Vermieter sind an Mietern interessiert, die ihre Wohnung pünktlich bezahlen. Das Bonitätssiegel bei Loftville erhält angeblich, wer sich über Drittanbieter überprüfen lässt. Diese Selbstauskunft ist zunächst einmal für die Vermieter von Vorteil. Denn aus datenschutzrechtlichen Gründen darf ein Vermieter einen Bonitätscheck nur dann verlangen, wenn der Vertragsabschluss unmittelbar bevorsteht. Das bedeutet, dass er nicht einfach eine Interessentenliste einem Bonitätscheck unterziehen und dann die solventeste Person auswählen kann.

Fällt dieser Test über Loftville positiv aus, erhält die Person das Bonitäts-Siegel. Allerdings ist für potenzielle Vermieter nicht einsehbar, auf welchen Daten diese Bewertung beruht – und selbstverständlich wird Loftville ein Interesse daran haben, dass alle Nutzer dieses Siegel erhalten, um weitere zahlende Kunden zu gewinnen.

Alle(s) über einen Kamm scheren

Für den Bonitätscheck gibt es kein einheitliches Vorgehen. Einige Anbieter überprüfen die angegebene Wohnadresse und die Identität der Person. Aus diesen Informationen lassen sich allerdings kaum Aussagen zur Bonität einer Person ziehen. Andere nutzen etwa sogenannte mikrografische Daten, die in Bezug auf Häuser, Straßen oder andere räumliche Gruppierungen gebildet werden. Grundlage dafür sind Personen- und Haushaltsinformationen sowie öffentlich zugängige Daten oder Marktforschungsergebnisse, auf deren Basis Aussagen zur Kaufkraft etc. getroffen werden.

Man kann sich leicht denken, wie schnell es bei diesem Vrogehen passieren kann, dass man in eine Schublade gesteckt wird, in die man gar nicht hineingehört. Natürlich ist hier auch das Gegenteil denkbar. (Vielleicht sollten wir mal über ein neues Geschäftsmodell nachdenken: Wir vermieten Briefkästen in „ehrbaren“ Gegenden, um die angebliche Bonität einer Person zu heben …) So entsteht eine Ghettoisierung, die schnell an der Realität vorbeigeht.

Persönlicher Eindruck ist wichtigstes Kriterium

Die Aussagekraft der Bonität ist also sehr begrenzt. Im Übrigen ist es so, dass in einer Immoscout24-Studie aus dem letzten Jahr 47 % der Vermieter sagen, dass ihnen die Informationen und Eindrücke, die sie bei der Wohnungsbesichtigung vom potenziellen Mieter erhalten, reichen. Es scheint also vielmehr so, dass Loftville und andere Anbieter hier ein Feature ergänzen, das einen angeblichen Mehrwert bietet, um sich selbst zu legitimieren, dessen Mehrwert aber nicht eindeutig zu erkennen ist. Und sicherlich wird es auch bei diesem Feature nur eine Frage der Zeit sein, bis die Wettbewerber nachziehen, ohne dieses Instrument konstruktiv-kritisch zu überprüfen. Da gibt es andere Mechanismen, die deutlich glaubwürdiger sind, um die Bonität eines Bewerbers herauszustellen.

 

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Der Herbst kommt

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Kaum ist der Sommer da, da sollen die Temperaturen langsam schon wieder sinken. Aber wenn wir ehrlich sind, hatten wir eh angesichts der starken Winde, Regenschauer und Gewitter das Gefühl, dass der Frühling direkt in den Herbst übergegangen ist.

Der Herbst ist bei uns immer ein Zeitpunkt, zu dem wir die Wohnung umgestalten und verändern. Vom 24. bis 28. August findet passend dazu die Fachmesse Tendence in Frankfurt statt, von der wir uns erste Anregungen versprechen. Wir werden uns selbstverständlich umhören und Dir auf Facebook berichten, wie sich Wohlfühlatmosphäre im Herbst und Winter nach den Vorstellungen der Aussteller erzeugen lässt und was im nächsten Jahr auf uns wartet. Ob es dafür gleich eine der von Dieter Bohlen, Harald Glöökler und weiterer Promis gestalteten Tapentenkollektionen – einer der Trends in diesem Jahr – sein soll, darf jeder für sich selbst entscheiden. Im nächsten Jahr folgt dann die imm cologne in Köln (13.-19.1.2014), die mit rund 1.500 Ausstellern und über 100.000 Besuchern eine der weltweit größten Fachmessen für Möbel und Innenraumgestaltung ist.

Doch bis dahin ist es noch etwas hin. In der Zwischenzeit besucht gern unsere Profile. Verschiedene Anregungen findet Ihr bereits jetzt bei uns auf Pinterest, die wir selbstverständlich kontinuierlich erweitern.

 

Foto: (c) “Herbst” von mrcubus, www.flickr.com/photos/mrcubus/, CC BY-SA 2.0-Lizenz

Wir wollen es mal nicht so genau nehmen … Schade eigentlich!

Tweet_svensonsan

An dieser Stelle bedanken wir uns recht herzlich bei Sven Dietrich, laut seiner Twitter-Selbstdarstellung einziger Hamburg-Berlin-Blogger der Welt, was hier aber nichts zur Sache tut. Warum also dann?! Einige von Euch waren ja schon auf unserem Twitterprofil, das wir nutzen, um Wohnraumangebote und -suchen zu teilen und zu verbreiten. Unter seinem Twitter-Account „svensonsan“ hat er vorgestern drei Tweets geposted, die Ihr u. a. in unserem Stream findet und die zeigen, wie naapuri funktionieren wird.

Makler wollen schnell verkaufen und nutzen deshalb Aussagen, die die Realität … sagen wir mal: in einem sehr freundlichen Licht erscheinen lassen. (Dass das böse Konsequenzen für Dich haben kann, darauf gehen wir weiter unten noch ein.) Wie sehr Beschreibung und Wirklichkeit manchmal auseinander liegen können, das hast Du sicherlich selbst schon einmal erlebt. Verlässliche Informationen bekommt man dagegen eher von denjenigen, die die Wohnung kennen oder sich zumindest ohne Maklerverkaufsbrille angesehen haben. Das ist unser Ansatz.

Urteil erlaubt Immobilienmaklern, falsche Angaben zu machen

In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal kurz aufgreifen, was wir bereits auf Facebook gepostet haben: Wenn Du auf Wohnraumsuche bist, ein geeignetes Objekt gefunden hast und nun endlich den Mietvertrag unterschreiben willst, dann achte immer (!) darauf, dass dort die tatsächliche Immobiliengröße angegeben ist. IMMER! Ist diese dort nicht aufgeführt und stellt sich wie in einem realen Fall später heraus, dass die Wohnung statt 74 nur 62 qm hat, dann musst Du selbst dann die bisherige Miete weiterbezahlen, wenn diese in der Wohnungsanzeige nachweislich falsch – bewusst oder unbewusst – angegeben wurde. Für den in diesem Fall klagenden und unterlegenen Mieter bedeutet das nun, dass er oder sie 20 % mehr pro Quadratmeter bezahlen muss. Ein fairer Umgang zwischen Vermieter und Mieter sieht eindeutig anders aus. Wenn der Mieter angesichts dieser Schieflage nun nicht gerade sorgfältig mit dem Mietobjekt umgeht, dann können wir es ihm nicht einmal verdenken. Warum die Rechtsprechung in diesem konkreten Fall so geurteilt hat, ist uns ein Rätsel. Hier findest Du den Eintrag.