Natur, Brauntöne und Ruhe passend zum Herbst

Letzte Woche präsentierten Hersteller aus 55 Ländern ihre Produkte auf der Tendence in Frankfurt. Bereits zum dritten Mal wurde dort der Home&Trend Award an europäische Hersteller von Einrichtungsgegenständen und Wohnaccessoires vergeben, die sich durch besonderes Design, Innovation, Funktionalität, Bedienkomfort, Produktnutzen, Ergonomie und ökologische Aspekte auszeichnen. Drei der Gewinner wollen wir hier kurz vorstellen.

Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr das Label Urbanature, hinter dem der Produktdesigner Jörg Brachmann steht. Das neue Label reagiert mit seinen Produkten auf die städtische Sehnsucht nach Natur. Die hochwertigen Produkte, die zusammen mit regionalen Handwerksbetrieben hergestellt werden, transportieren ein Stück Natur in den urbanen Alltag. Zum Einsatz kommen Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft und recycelbare Materialien.

Gleich zweimal wurde das Unternehmen Dôme Deco ausgezeichnet: für eine Tischlampe aus Holz und für eine Pendelleuchte aus Kupfer. Der aktuelle, spannende Katalog zeigt viele interessante, abwechslungsreiche Ideen in oder kombiniert mit Braun- und Erdtönen, die uns sehr gefallen.

Das Schweizer Unternehmen Douglas Textiles, das bereits in dritter Generation von der Designerin Annette Douglas geführt wird, wurde für seine Akustiktextilien Acoustics® ausgezeichnet. Die transparenten Akustik-Vorhänge mindern den Lärm und können so die Atmosphäre innerhalb von Räumen als auch nach außen deutlich entspannen.

Immobilienverband sieht keine Wohnungsnot in Deutschland

Elbphilharmonie Hamburg by Jan Wegener

In Hamburg gibt es einen gut funktionierenden Wohnungsmarkt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des IVD. Hamburg gilt als Metropole mit wachsender Bevölkerung und gehört zu den begehrteren Wohnlagen. Der Hamburger Wohnungsmarkt wird dabei oft als typisches Beispiel für explodierende Mieten und angespannte Märkte beschrieben. Die Studie soll deshalb dazu beitragen, diese Diskussion zu versachlichen. Denn die in den letzten Jahren gewollt oder unwissend gemachten Falschaussagen und Übertreibungen stellen nach Meinung des IVD Nord für Vermieter, Mieter, Verkäufer, Käufer, Planer und Investoren ein Ärgernis dar.

Ergebnisse sind zu pauschal

Die durchschnittliche Bestandsmiete liegt laut der Studie bei 7,90 Euro pro qm, die durchschnittliche Neuvertragsmiete bei 9,90 Euro pro qm. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Bezirke innerhalb ihrer Gebiete enorm, was diese Studie aber leider nicht transparent macht. Anstatt die 104 Stadtteile unter die Lupe zu nehmen und zu vergleichen, werden die Zahlen auf Basis der sieben Bezirke aggregiert. Zudem gibt es gemäß dem nichtamtlichen Hamburger Wohnlagenverzeichnis nur eine Kategorisierung in normale und gute Wohnlagen, die aufgrund der sehr heterogenen Wohnungsmarktstruktur zwar kritisch zu sehen sei, die sich aber dennoch laut den Autoren der Studie als Analysestütze und Indikator eignen würde.

Hamburg sei und bleibe ein stabiler, attraktiver, interessanter und auch zukünftig wachsender Standort mit vielen facettenreichen Immobilienmärkten. Der IVD Nord bestreitet nicht, dass in den angesagten Stadtteilen aufgrund der enormen Nachfrage Engpässe entstehen und hier und da auch ein ärgerliches Ausufern unschöner Marktentwicklungen stattfinden würde. Daher sei es Aufgabe aller Beteiligten, mehr und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Neben dem Wohnungsneubau sei deshalb auch die gezielte Weiterentwicklung bestehender Stadtteile eine wichtige Aufgabe für alle.

Die Diskussion um die Neuregelung der Maklerprovision nach dem Bestellerprinzip lenke von der eigenen wohnungspolitischen Verantwortung ab. Stattdessen solle die Politik für verbesserte Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau sorgen und beispielsweise vermehrt landeseigene Grundstücke für den Mietwohnungsneubau vergeben. Durch die mögliche Neuregelung der Maklerprovision würde am Ende keine einzige Wohnung zusätzlich gebaut. Das Problem der schwarzen Schafe unter den Maklern solle durch die gesetzliche Einführung eines Sach- und Fachkundenachweises für den Maklerberuf gelöst werden.

Wer steckt dahinter?

Soweit die Studie und die die Veröffentlichung begleitende Kommunikation durch den IVD Nord. Interessant ist natürlich zunächst die Frage, wer diese Studie ausgearbeitet hat. Durchgeführt wurde sie durch das Berliner Center for Real Estates Studies (CRS). Das CRS wurde auf Initiative der Deutschen Immobilien-Akademie (DIA) und der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) gegründet. Hinter dem DIA steht – wen wundert’s – als Träger auch der IVD sowie die VWA als wirtschaftsnahes Weiterbildungsinstitut. Die Steinbeis Hochschule Berlin wiederum ist eine internationale Managementhochschule mit engen Kontakten in die Wirtschaft. Eine Studie beispielsweise durch das HWWI wäre weitaus glaubwürdiger gewesen und hätte eher zur Versachlichung beitragen können.

Kritisch muss gefragt werden, welche Interessen der IVD haben könnte. Bezahlbare Mieten sind anscheinend nur noch durch öffentlichen Wohnungsbau realisierbar. Diese Bautätigkeiten würden aber dann dazu führen, dass das eh schon begrenzte Bauland in Hamburg weiter begrenzt und so neue lukrative Bauprojekte unwahrscheinlicher werden würden. Zudem haben so Vermieter, die deutlich höhere Quadratmeterpreise erzielen wollen, bei preisgünstigen Mietangeboten in der Nahbarschaft einen erhöhten Erklärungsbedarf, von renditeinteressierten Investoren ganz zu schweigen. Insofern verwundert es nicht, dass gefordert wird, dass sich der Staat eher um die Stadtteilentwicklung kümmern solle, als selbst zu bauen. Ein Schelm, wer dabei böses denkt.

Kein Mietpreisende in Sicht

Dienstag sind wir dazu passend auf diesen Tweed gestoßen:

Fast 700 warm. Die spinnen doch

Interessanter Weise ist diese Immobilie schon nicht mehr online. Zu unserem Bedauern scheint diese keine Ausnahme zu sein: Für 750 € warm kann man derzeit bei Immonet in Uhlenhorst fündig werden – für eine 38qm-große Wohnung in einem ganz normalen Neubau.