Immoscouts Städteranking

(c) "Regensburg Riverside" von b k, www.flickr.com/photos/joiseyshowaa, CC BY-SA 2.0

Auch Immonets großer Bruder Immoscout wartet mit einem neuen Ranking auf Basis einer Studie der Wirtschaftswoche auf, die 73 Städte in Deutschland vergleicht. Sieger ist mit dem höchsten wirtschaftlichen Niveau München. Besonders gut schneiden im Hinblick auf den attraktivsten Arbeitsmarkt und die höchste Lebensqualität die Städte Wolfsburg, Ingolstadt, Erlangen und Regensburg ab.

Diese Entwicklung spiegelt sich in den Immobilienpreisen wider. In Wolfsburg und Ingolstadt sind die Mieten in den letzten fünf Jahren um deutlich mehr als 30 % gestiegen. Dieses Problem kennt auch München, dessen Mietpreissteigerung sich bereits in die angrenzenden Gebiete auswirkt. Die ostdeutschen Städte dagegen haben ihr Aufholtempo in dieser Studie aus den letzten Jahren angeblich deutlich verlangsamt und befinden sich nur vereinzelt auf den vorderen Plätzen. Schlusslicht bilden die Städte Oberhausen, Herne und Gelsenkirchen.

Die Wirtschaftswoche führt diese Analyse bereits zum zehnten Mal durch, Immoscout beteiligte sich dieses Jahr das erste Mal und steuerte entsprechende Daten zu Mietpreisen und der Nachfragentwicklung bei. Insofern lässt sich annehmen, dass diese Standortbeschreibungen hilfreiche Informationen bieten. Inwieweit aber nun der Anstieg der Wohnungsmieten als positiver Indikator für einen Standort angesehen werden kann und nicht vielmehr zu einer Abwertung führt, erschließt sich uns nicht. Denn steigende Mieten führen schnell zu einer Gentrifizierung, so dass diejenigen Menschen, die den Charme eines Viertels ausmachen, abwandern. Und das wirkt sich dann wiederum schnell auf die Lebensqualität aus.

Die Studie findest Du hier.

 

Foto: (c) ‘Regensburg Riverside’ von b k, www.flickr.com/photos/joiseyshowaa, CC BY-SA 2.0-Lizenz

Immonets Städteranking

(c) "Leipzig" von !Koss, www.flickr.com/photos/immokoss, CC BY-ND 2.0

Um die emotionale Seite der Wohnortsuche zu betrachten, hatte das Immobilienportal Immonet eine Studie beim Meinungsforschungsinstitut GfK in Auftrag gegeben. 15 Städte wurden ausgesucht (Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig , München, Nürnberg, Stuttgart), in denen 1.500 Personen befragt wurden, wie zufrieden sie mit ihrer Stadt sind und was sie benötigen, um glücklich zu sein.

Rund 86 % der Befragten wünschen sich eine grüne Umwelt, lediglich 20 % wollen dagegen in einem hippen Szeneviertel wohnen. Die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes (65,2 %) und die Abdeckung mit Schulen/Kitas (35,8 %) werden als weniger wichtig angesehen. Den größten Einfluss auf die Wohnortzufriedenheit haben laut Immonet das hohe Ansehen und die Sicherheit, die zu zweimal mehr Zufriedenheit führen als andere Themen. Am Ende kommt es auf die richtige Mischung an. Leipzig landet auf dem ersten Platz, gefolgt von Köln und München. Leipziger lieben ihre Grünflächen, das positive Stadtimage, die herausragende Kinder- und Seniorenfreundlichkeit und die gute Infrastruktur. Das Schlusslicht bilden Duisburg und Nürnberg.

So schön Rankings auch sind, weil sie komplexe Themen auf einen Tabellenplatz reduzieren, so ist ihre Aussagekraft immer kritisch zu hinterfragen: Wenn 1.500 Menschen in 15 Städten befragt wurden, dann sind das im Schnitt gerade einmal 100 Personen pro Stadt. Okay, GfK wird natürlich eine repräsentative Auswahl getroffen haben. Und dennoch stellt sich die Frage, ob 100 Menschen ausreichen, um eine Stadt bewerten zu können und so eine Bewertung anzubieten, die dem Leser einen Mehrwert bietet.

Wenn für nur 35,8 % die Abdeckung mit Schulen und Kitas wichtig sind, scheint es, dass Familien bei den befragten Personen entsprechend (unter-)repräsentiert waren. Vielleicht hätte eine größere Stichprobe zu einem anderen Bild geführt. Sind die 100 befragten Personen repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland oder in der jeweiligen Stadt, geben die Ergebnisse mit anderen Worten eher Auskunft darüber, was für Menschen dort auf Basis der 100 befragten Personen derzeit leben, als Ausblicke in die Zukunft der jeweiligen Städte und damit eine Entscheidungshilfe dafür, welche der betrachteten Städte für Dich attraktiv sein könnte. Jungen Familien werden diese Ergebnisse auf jeden Fall kaum weiterhelfen.

Die Studie findest Du hier.

 

Foto: (c) ‘Leipzig’ von !Koss, www.flickr.com/photos/immokoss, CC BY-ND 2.0-Lizenz