Deutschland, wo wohnst Du?

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Eine aktuelle Immobilienmarktlandkarte entwirft das neue Heft Immobilien der Stiftung Warentest für Deutschland. Hamburg hat danach mit 1,5 % den geringsten Leerstand aller Großstädte, der Deutsche Mieterbund spricht im Mai sogar von nur 0,7 %. Gründe dafür sind der Zuzug und die Tatsache, dass in Hamburg mehr Menschen geboren werden als zugleich sterben.

Eine dreiprozentige Fluktuationsreserve wird von vielen Experten als Merkmal eines funktionstüchtigen Marktes angesehen. Diese Reserve ist ganz einfach notwendig, damit Menschen um- oder zuziehen sowie Häuser saniert und modernisiert werden können. Deshalb verwundert es nicht, dass das Magazin DEAL von einer Steigerung der Erstbezugsmieten am – wenig ruhmvollen – Spitzenplatz Hamburg von 40 % innerhalb der letzten fünf Jahre berichtet, Stiftung Warentest spricht von immerhin 26 %. Die Welt betitelt deswegen die Test-Ergebnisse zu Recht mit „Stiftung Warentest – Wohnungssuche nirgends so schwer wie in Hamburg“.

Situation ermuntert Betrüger

Die Situation in Hamburg ist damit wie in den anderen begehrten Metropolen Deutschlands für Suchende schwierig. Kein Wunder, dass immer öfter Betrüger die Wohnungsnot ausnutzen, wie wir bereits berichteten (“Abzocke auf Immobilienportalen“). Attraktive Fake-Angebote sollen den Jagdinstinkt von Suchenden wecken. Oder Suchende werden direkt angesprochen und versucht, ihre Zwangslage auszunutzen. Das Ziel der Betrüger ist es, die Suchenden zu einer finanziellen Vorableistung zu bewegen, nach der das Geld weg, der persönliche Wohnraumbedarf aber leider weiterhin vorhanden ist. Wir empfehlen Dir dringend, Dich niemals auf Vorauszahlungen einzulassen. So etwas ist immer unseriös.

Wird Angie den Mietern helfen?

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Interessant ist deswegen natürlich die Frage, wer das Land in den nächsten vier Jahren regieren wird. Durch das Scheitern der FDP (vielleicht an sich selbst, vor allem aber mengenmäßig an eigenen Wählern) sollte sich die Mietersituation zumindest nicht weiter verschlechtern. Ob sie sich vielleicht sogar verbessert, hängt nun von der neuen Regierungsformation ab. Wer für welche Position steht, wo Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede sind, kannst Du hier lesen.

 

Titelfoto: (c) “Bernau – Altes Schulhaus” von onnola, www.flickr.com/photos/30845644@N04/, CC BY-SA 2.0.de

Bürotürme werden zu Luxuswohnungen umgebaut

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Für Entspannung am Wohnraummarkt sorgen vielleicht unerwartet ein paar Eigentümer zentraler, aber leerstehender Bürogebäude, die damit beginnen, diese in Eigentum- und Mietwohnungen umzuwandeln. Die Wohnungsmieten im sogenannten Hochpreissegment übersteigen inzwischen die Mieten für Büroflächen außerhalb der zentralen Innenstadtlagen, so dass diese Umbaumaßnahmen für Vermieter attraktiv werden können. Ob das dazu führt, dass der gesamte Mietspiegel steigt, bleibt abzuwarten und hängt vom insgesamt geschaffenen Wohnraum ab. Wird das Angebot nur marginal erweitert, droht auch der Mietspiegel zu steigen. Wichtig ist deshalb, dass sich Städte und Kommunen selbst wieder ernsthaft am Wohnungsbau beteiligen, um den Druck am Markt zu verringern und den Mietpreisanstieg durch ein ausreichendes Marktangebot zu beeinflussen.

Welchen Beitrag dazu die in diesem Monat endenden IBA und igs in Hamburg leisten können, dazu schreiben wir in unserem nächstes Newsletter. Alle Beiträge findest Du übrigens ab jetzt endlich in unserem Newsroom.

 

Foto: (c) “Frankfurt” von ND Strupler, www.flickr.com/photos/strupler/, CC BY 2.0.de